Maßnahmenbeschreibung

Fundamentierung

Die vorhandene Fundamentierung auf eine Tiefe von ca. 40 cm unter Geländeniveau ist nicht ausreichend, um eine frostfreie Gründung zu gewährleisten. Starke Rissbildungen im bestehenden Mauerwerk zeugen davon. Hier müssen die Außenmauern frostfrei auf den tragenden Baugrund geführt und somit unterfangen werden. Gleichzeitig muss das bestehende Fertigbodenniveau abgesenkt werden um eine tragbare Raumhöhe, vor allem im Schlafbereich, zu erreichen. Eine stufenlose Raumabfolge im Gebäude wird angestrebt. Die Absenkung muss ca. 45 cm betragen. In diesem Zuge wird eine Stahlbetonbodenplatte unter dem gesamten Gebäude eingebracht. Damit haben dann auch die Innenwände eine feste Basis und es kann dabei eine Feuchtigkeitssperre eingebaut werden.

Außenwände

Die geringe Stärke des Bestandsmauerwerkes verlangt eine Dämmung, die nur raumseitig aufgebaut werden kann. Dämmstärken in Absprache mit dem Ersteller der EneV-Berechnung. Die Wärmeverteilung soll über eine Wandheizung erfolgen, was gleichzeitig die vorhandene Feuchte im Außenmauerwerk reguliert und austreibt. Die neue Innenschale soll aus einer händisch aufgebrachten Kalkputzoberfläche bestehen. Farbgestaltungen in Anlehnung an die vorliegende Befundung.

Decken

Die vorhandenen Holzbalken in den Decken werden freigelegt, zimmermannsmäßig in Absprache mit dem Statiker ertüchtigt und neu belegt/ verkleidet mit unterseitigem Putz und oben mit Holzdielen. Im Bereich der Scheune wird teilweise eine neue Deckenkonstruktion eingebaut, deren Balkenkonstruktion sichtbar bleiben soll. Die Preußische Kappendecke wird ausgebessert, die Formstahlträger entrostet und entsprechend Statik mit einem neuen Flachstahl Ober- und Untergurt ertüchtigt, die durch die Konstruktion verschraubt werden. Um die Decke ablesbar zu lassen, soll die neu einzuziehende Innenwand zum Flur mit einem Glasoberlicht ausgebildet werden. Der Zustand des Deckenputzes lässt nur eine Erneuerung denkbar erscheinen. Oben erhält das Gewölbe einen neuen Holzfußboden auf Lagerhölzern.

Dach

Die vorhandene Substanz des Dachgebälkes wird weitgehend erhalten - befallene und morsche Teile werden entfernt und die neuen Hölzer profilgerecht mit handwerklichen Verbindungen ersetzt. Durch eine Aufdachdämmung mit neuen Holzprofilen als Abstandshalter soll sowohl statisch als auch räumlich die Voraussetzung geschaffen werden, konstruktiv die alte Dachform zu erhalten. Als Deckung sollen die noch vorhandenen Altbiberschwänze in Verbindung mit neuen zur Anwendung kommen, über einer zweiten Dichtungsebene aus einer diffusionsoffenen Dachschalungsbahn. Alle Spenglerarbeiten werden in Titanzink ausgeführt. Die Untersicht der Dachschalung wird mit gehobelten Glattkantbrettern ausgeführt und silbergrau-getönt lasiert.

Ausbau

Da die Fenster und Türen in einem sehr schlechten Zustand sind, sind diese größtenteils durch neue Konstruktionen in handwerklicher Art mit den Vorgaben des Bestandes auszutauschen. Die Zwänge der EneV sind zu beachten. Neue Elemente wie z.B. die Fenster-Schiebetüre bei Essen/ Kochen werden mit zeitgemäßen Konstruktionen ausgeführt mit zurückhaltender, einfacher Gestaltung und großflächigen Verglasungen. Bodenbeläge werden entweder als Holzdielenböden bzw. in Naturstein ausgeführt. Raumschalen und Fassaden werden analog den Empfehlungen des Restaurators behandelt und saniert. Bei der Ausbildung des Traufkastens wird darauf zu achten sein, dass die Unterkonstruktion für die Aufdachdämmung, die zu einer Erhöhung der Ansicht führt, durch geeignete Maßnahmen in Absprache mit der Statik auf ein optisch verträgliches Maß reduziert wird. Über dem Luftraum Kochen/ Essen wird ein Stahlglas-Firstoberlicht zur Belichtung von oben aufgebracht. Bisherige Füllungen der Fensteröffnungen mit Glasbausteinen werden entfernt und durch Holzfenster, wie vor beschrieben, ersetzt. In der rückwärtigen Fassade sowie nach Osten im Firstbereich wird je ein Fensterausbruch in Dimension und Ausbildung des Bestandes vorgenommen. Ein Dachflächenfenster in den Dimensionen, die für einen Notausstieg nach BayBO vorgesehen sind muss in der Rückansicht eingefügt werden.

Treppe

Die neue Innentreppe ist notwendig, da bisher nur ein Notzugang zum DG für Revisionszwecke vorgesehen war. Sie soll im zum DG offenen Bereich im ehemaligen Scheunentrakt eingebaut werden. Die Zerrbalkenkonstruktion kann somit erhalten werden. Auf eine reduzierte Formensprache wird geachtet. Als Material ist Holz oder Stahl vorstellbar.

Haustechnik

Für die Wärmeerzeugung ist ein Raum im Dachgeschoß für eine Flüssiggastherme vorgesehen. Die Tankanlage wird im Garten unterirdisch eingebaut. Für die Abluft wird ein bestehender Kamin, der versottet ist abgebrochen und ein neuer eingebaut. Der Kaminkopf über Dach wird gemauert und verputzt ausgeführt. Für einen einfachen Holzofen wird ein Stahlrohrkamin über Dach geführt, der in Absprache mit dem Bezirkskaminkehrermeister technisch zu verifizieren ist.

Garagen

Zur Unterbringung der Fahrzeuge der Bauherrschaft ist ein Carport in offener Holzbauweise vorgesehen. Er wurde situiert in Absprache mit der Genehmigungsbehörde, abgerückt vom Denkmal und doch im näheren Umgriff, da eine Bebauung im Außenbereich nicht möglich ist.

Ehekirchen, 08.05.2014
Architekten Koppold
Bernardin Koppold, Architekt